Aufstehen gegen Rassismus!

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Das bundesweite Projekt „Aufstehen gegen Rassismus“  liegt mir schon von Anfang an am Herzen. In Tuttlingen gab es bisher nur die Tuttlingen-ist-bunt-Demo gegen einen Aufmarsch von knapp 20 Rechten auf dem Marktplatz. Das Projekt bietet aber bspw. an, Stammtischkämpfer auszubilden. Um das mal zu besprechen habe ich mit dem befreundeten Tuttlinger Sänger Crischa Wagner auf Facebook zu einem Treffen eingeladen.

160730 Aufstehen gegen Rassismus 02Foto: Hartmut Hoffmann (für Pressezwecke dankenswerterweise zur Verfügung gestellt)

Es entstand eine spannende Diskussion mit den 12 Teilnehmern und Crischa hatte Gelegenheit, das Projekt Tutstock vorzustellen. Da wir beide überzeugte Europäer sind, planen wir, bei diesem Event auch Organisationen wie die Europa-Union, die Parteien und die Gewerkschaften ins Boot holen zu können.

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Der Gränzbote hat den Artikel genau so wie ich ihn eingereicht hatte am 2. August 2016 veröffentlicht. Wer meinen Namen im Text sucht, tut dies vergebens. Man muss sich nicht bei jeder Sache in den Vordergrund drängen.

Etwas „Sprachliches“

Meine Arbeitskollegen aus Oberschwaben haben mit dem Begriff „Hock“ ein Problem, sie kennen nur die schwäbische „Hockete“. In Tuttlingen wohnen wir im sprachlichen Grenzgebiet. In Norddeutschland kennt man den Begriff eigentlich gar nicht, da es ein oberdeutscher Begriff ist. Der Leserbrief erschien am 1. August 2016

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Zur Fußgängerzone

Überraschend hat der Gemeinderat beschlossen, den Kostendeckel zu lupfen und entgegen dem Sparvorschlag nun doch beide Hauptachsen zu sanieren, anstatt nur zwischen dem Rathaus und dem Gasthaus Engel, wobei dahinterliegende Bereiche (Schlüssel, Stadthotel, Galerie bzw. Gradmann, EGO, Diakonieladen) ausgeklammert worden wären. Der Leserbrief dazu erschien am 22. Juli 2016

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Etwas weichgespült

Zum Thema „Jugendbeteiligung“, das am 29. Februar 2016 im VFA besprochen wurde, habe ich der Verwaltung und dem Gemeinderat einen progressiven Vorschlag ins Büchlein geschrieben. Der Leserbrief erschien mit dem Bericht über die Sitzung am 2. März:

Ernstgemeinte Jugendbeteiligung bedeutet, von der eigenen Kompetenz ein Stück an Jugendliche abzugeben, die diese Entscheidungen übernehmen. In der aktuellen Debatte im VFA war davon nichts zu spüren. Hellmut Dinkelaker warb zwar für Bürger-App und Jugendstammtisch, aber er zauberte dem Oberbürgermeister nur ein Lächeln auf die Lippen, weil er versäumte zu erläutern, dass Jugendstammtisch nicht gemeinsames Biertrinken bedeuten soll, sondern ein Austauschforum zwischen Oberbürgermeister und der Jugend darstellen soll, in dem man Jugendliche ernst nimmt und ihre Vorschläge aufgreift.
Die neue Form der Jugendbeteiligung, in der man die jungen Menschen niederschwellig abholt, stößt auf breite Gegenliebe und sogar bei der FDP ist ansatzweise Verständnis dafür zu spüren. Doch der wichtige Aspekt des Abgebens von eigener Verantwortung fehlt komplett. So etwas äußert sich beispielsweise in Budgetverantwortung. InnoTUT, die Liste, deren Kernkompetenz die Jugendbeteiligung darstellte, hat sich ja leider aufgelöst und so bleibt als Fazit nur, dass Tuttlingen sehr gute Ansätze für eine moderne Jugendbeteiligung hat, aber wenig Ernsthaftigkeit zu spüren ist und daher als etwas weichgespült bezeichnet werden muss.
Mathias Schwarz, Tuttlingen

Leserbrief zum Artikel „Polizei ermittelt wegen Hass-Kommentars“ vom 20.01.2016

Katja Suding sagte auf den Neujahrsempfang der FDP letzte Woche in der Tuttlinger Stadthalle, dass man ruhig ehrlich aussprechen dürfe, wer zum Täterkreis in Köln in der Sylvesternacht gehört habe: muslimische nordafrikanische Männer. Für diesen Satz erhielt sie in ihrer langen Rede den meisten Applaus. Ob sie nur wegen dieser (durchaus wahren) Erkenntnis von Hamburg nach Tuttlingen gereist war? Man merkt schon im kleinen Saal der Stadthalle voller gut situierter und prominenter Bürger, dass der Wunsch brodelt, seinen Gedanken offen Luft machen zu dürfen. Ich habe Katja Suding so verstanden, dass man Probleme nur lösen kann, wenn man sie ohne falsche Toleranz benennt, doch die heftige Reaktion der unternehmensnahen Tuttlinger Bürgerschaft ließ mich etwas Gänsehaut bekommen.
Welches Phänomen hier wirklich zu Tage tritt, sieht man in der Tuttlinger Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Tuttlingen bist, wenn …“. In der Diskussion um die Red Devils tauchen immer wieder fremdenfeindliche Kommentare auf. Viele User haben nur ein sehr geringes Verständnis dafür, dass man den Mordwunsch an Flüchtlingen zur Anzeige bringt. Das sei nur Spaß gewesen, die Gutmenschen hätten ja sonst nichts zu tun, als zu denunzieren und man müsse doch jemand nicht gleich ans Messer liefern, nur weil … ja was? Weil er seine Meinungsfreiheit genutzt hat? Nein, die Meinungsfreiheit deckt solche menschenverachtenden Sätze nicht ab, auch wenn manche Menschen seit der offenen Diskussion um die Sylvesternacht einen anderen Eindruck bekommen haben.
Der Ton verschärft sich, der Respekt vor Mitmenschen und der öffentlichen Meinung weicht dem eigenen Überlegenheitsgefühl, das sich hinter einem anonymen Bildschirm noch stärker aufbaut als im „real life“. Facebook-Splitter und tendenziöse Blogs dienen in einer gewissen Bevölkerungsgruppe oft als einzige Informationsgrundlage. Tagesschau und Tageszeitung vertraut man weniger als dubiosen Quellen. Ich finde das erschreckend!
Mathias Schwarz, Tuttlingen

Der Leserbrief erscheint voraussichtlich am 22. Januar 2016 im Gränzboten

Leserbrief: Tuttlingen sollte Vorreiter spielen

Der Gränzbote druckte am 20. August 2015 diesen Leserbrief. Die Heftigkeit der öffentlichen Diskussion hat mich überrascht. So ein Thema sollte die Stadt nicht spalten.

Zum Gastspiel vom Zirkus Charles Knie in Tuttlingen von Freitag bis Sonntag haben wir im Vorfeld bereits einen Leserbrief bekommen:

Ein Wildtier-Verbot in Zirkussen wird in Deutschland diskutiert und ist kommunal schon hier und da durchgesetzt. Die gesellschaftliche Mehrheit befürwortet ein Wildtier-Verbot, und auch Zirkusse ohne Wildtiere sind eine Attraktion für Kinder und Erwachsene. Auch Tuttlingen würde ein Verbot nicht schaden.

Öffentliche Diskussionen auf sozialen Netzwerken werden heftig und emotional geführt. Doch wer mit seinen Kindern in den Zirkus geht, soll sich dafür nicht rechtfertigen müssen. Andererseits ist auf die Überzeugung von Tierfreunden mit Respekt zu reagieren. Aktionen für oder gegen den Zirkus sind also immer kontraproduktiv. Zirkusse dürfen nicht stigmatisiert werden. Gleichzeitig muss klar sein, dass Wildtiere nichts im Zirkus zu suchen haben, egal wie gut man sich dort um sie kümmert.

Die Verantwortung und der Respekt muss hier aber von der Politik und den Medien ausgehen: Es ist beispielsweise unnötig, dass Medien Freikarten für den Zirkus Knie verlosen und ihn zusätzlich bewerben. Die Stadtverwaltung sollte überlegen, ob sie diese Zirkusse in eigenen Publikationen anzeigt, und die Gemeinderäte haben die Möglichkeit, Zirkusse mit Wildtieren generell zu verbieten.

Ich bin sicher, dass ein Wildtier-Verbot bundesweit irgendwann kommen wird. Warum soll Tuttlingen seiner Zeit nicht ein Stück voraus sein?

Mathias Schwarz, Tuttlingen