Archiv der Kategorie: Leserbrief

Leserbrief zur Donauabsenkung

Es ist ärgerlich, dass wir Tuttlinger nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Über 4.000 Unterschriften sind schon zusammengekommen und man teilt uns nur mit, dass der Umweltminister es nicht für nötig erachtet, vor Ort das Gespräch zu suchen. Echte Bürgerbeteiligung wäre, wenn man uns vor Augen führen würde, wie die Donau nach dem angeblichen „Kompromiss“ aussehen würde. In Tuttlingen geht aber lediglich die (berechtigte) Angst vor einem stinkenden Bach um.

170724 Leserbrief Donau-Visualisierung

Advertisements

Endlich kommt die Ehe für alle

Volker Kauder ist ein CDU-Politiker, dessen rückständige Einstellung zu bürgerlichen Freiheitsrechten mich immer wieder sehr ärgert. Ich hätte mir gewünscht, dass meine Stellungnahme zu seiner Einstellung gegen die „Ehe für alle“ in Lokalteil des Gränzboten behandelt worden wäre. Kauder tritt schließlich für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen an und personifiziert die rückständige und vorurteilsbehaftete Einstellung der Landbevölkerung, die ich in meinem Leserbrief beschreibe.

170705 Leserbrief Ehe für alle

 

Etwas „Sprachliches“

Meine Arbeitskollegen aus Oberschwaben haben mit dem Begriff „Hock“ ein Problem, sie kennen nur die schwäbische „Hockete“. In Tuttlingen wohnen wir im sprachlichen Grenzgebiet. In Norddeutschland kennt man den Begriff eigentlich gar nicht, da es ein oberdeutscher Begriff ist. Der Leserbrief erschien am 1. August 2016

160801 Leserbrief Hock-ete

Zur Fußgängerzone

Überraschend hat der Gemeinderat beschlossen, den Kostendeckel zu lupfen und entgegen dem Sparvorschlag nun doch beide Hauptachsen zu sanieren, anstatt nur zwischen dem Rathaus und dem Gasthaus Engel, wobei dahinterliegende Bereiche (Schlüssel, Stadthotel, Galerie bzw. Gradmann, EGO, Diakonieladen) ausgeklammert worden wären. Der Leserbrief dazu erschien am 22. Juli 2016

160722 Leserbrief Fußgängerzone

Etwas weichgespült

Zum Thema „Jugendbeteiligung“, das am 29. Februar 2016 im VFA besprochen wurde, habe ich der Verwaltung und dem Gemeinderat einen progressiven Vorschlag ins Büchlein geschrieben. Der Leserbrief erschien mit dem Bericht über die Sitzung am 2. März:

Ernstgemeinte Jugendbeteiligung bedeutet, von der eigenen Kompetenz ein Stück an Jugendliche abzugeben, die diese Entscheidungen übernehmen. In der aktuellen Debatte im VFA war davon nichts zu spüren. Hellmut Dinkelaker warb zwar für Bürger-App und Jugendstammtisch, aber er zauberte dem Oberbürgermeister nur ein Lächeln auf die Lippen, weil er versäumte zu erläutern, dass Jugendstammtisch nicht gemeinsames Biertrinken bedeuten soll, sondern ein Austauschforum zwischen Oberbürgermeister und der Jugend darstellen soll, in dem man Jugendliche ernst nimmt und ihre Vorschläge aufgreift.
Die neue Form der Jugendbeteiligung, in der man die jungen Menschen niederschwellig abholt, stößt auf breite Gegenliebe und sogar bei der FDP ist ansatzweise Verständnis dafür zu spüren. Doch der wichtige Aspekt des Abgebens von eigener Verantwortung fehlt komplett. So etwas äußert sich beispielsweise in Budgetverantwortung. InnoTUT, die Liste, deren Kernkompetenz die Jugendbeteiligung darstellte, hat sich ja leider aufgelöst und so bleibt als Fazit nur, dass Tuttlingen sehr gute Ansätze für eine moderne Jugendbeteiligung hat, aber wenig Ernsthaftigkeit zu spüren ist und daher als etwas weichgespült bezeichnet werden muss.
Mathias Schwarz, Tuttlingen

Leserbrief zum Artikel „Polizei ermittelt wegen Hass-Kommentars“ vom 20.01.2016

Katja Suding sagte auf den Neujahrsempfang der FDP letzte Woche in der Tuttlinger Stadthalle, dass man ruhig ehrlich aussprechen dürfe, wer zum Täterkreis in Köln in der Sylvesternacht gehört habe: muslimische nordafrikanische Männer. Für diesen Satz erhielt sie in ihrer langen Rede den meisten Applaus. Ob sie nur wegen dieser (durchaus wahren) Erkenntnis von Hamburg nach Tuttlingen gereist war? Man merkt schon im kleinen Saal der Stadthalle voller gut situierter und prominenter Bürger, dass der Wunsch brodelt, seinen Gedanken offen Luft machen zu dürfen. Ich habe Katja Suding so verstanden, dass man Probleme nur lösen kann, wenn man sie ohne falsche Toleranz benennt, doch die heftige Reaktion der unternehmensnahen Tuttlinger Bürgerschaft ließ mich etwas Gänsehaut bekommen.
Welches Phänomen hier wirklich zu Tage tritt, sieht man in der Tuttlinger Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Tuttlingen bist, wenn …“. In der Diskussion um die Red Devils tauchen immer wieder fremdenfeindliche Kommentare auf. Viele User haben nur ein sehr geringes Verständnis dafür, dass man den Mordwunsch an Flüchtlingen zur Anzeige bringt. Das sei nur Spaß gewesen, die Gutmenschen hätten ja sonst nichts zu tun, als zu denunzieren und man müsse doch jemand nicht gleich ans Messer liefern, nur weil … ja was? Weil er seine Meinungsfreiheit genutzt hat? Nein, die Meinungsfreiheit deckt solche menschenverachtenden Sätze nicht ab, auch wenn manche Menschen seit der offenen Diskussion um die Sylvesternacht einen anderen Eindruck bekommen haben.
Der Ton verschärft sich, der Respekt vor Mitmenschen und der öffentlichen Meinung weicht dem eigenen Überlegenheitsgefühl, das sich hinter einem anonymen Bildschirm noch stärker aufbaut als im „real life“. Facebook-Splitter und tendenziöse Blogs dienen in einer gewissen Bevölkerungsgruppe oft als einzige Informationsgrundlage. Tagesschau und Tageszeitung vertraut man weniger als dubiosen Quellen. Ich finde das erschreckend!
Mathias Schwarz, Tuttlingen

Der Leserbrief erscheint voraussichtlich am 22. Januar 2016 im Gränzboten